Vita

 

Julia Monro wuchs als Kind zweier russlanddeutscher „Heimkehrer“ auf, die in den 70er Jahren nach Deutschland kamen. Sie wurde 1981 in Andernach am Rhein geboren, genoss eine sehr behütete Kindheit und wurde mit christlichen Werten im frei evangelischen Glauben erzogen. Nach zwei technischen Berufsausbildungen studierte sie Theologie in Bonn und arbeitete zuletzt im IT-Anforderungsmanagement in einem weltweit tätigen Softwarekonzern in Koblenz, bis dahin alles noch in der männlichen Rolle. Nachdem sie 2016 durch ein nicht-selbstbestimmtes Outing ihr komplettes soziales Umfeld verlor (Familie, Freunde, Beruf, Kirche) und ihr Essen bei der Tafel bezog, begann ihr Engagement für die eigene Sache und für die trans*-Community.

Step by step kämpfte sie sich zurück ins Leben. 2017 trat sie als Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualiät (dgti) bei und übernahm die Koordinierung des sogenannten Ergänzungsausweises (EA). Sie machte den EA bekannter und re-organisierte damit einhergehend die Öffentlichkeitsarbeit des Vereins. Sie wurde zu einer zentralen Ansprechperson für die Lebenssituation von trans* Personen, verhandelte direkt mit der Bundesregierung über Gesetzesvorhaben und wurde 2018 zum geschäftsführenden Vorstand im Bundesverband Trans* gewählt.

Ebenfalls 2018 gründete sie ihr eigenes Projekt Transkids.de, wo sie trans* Kindern und Jugendlichen sowohl mit Beratung als auch mit Freizeitangeboten einen Ausgleich zur multiplen Belastungssituation schafft. Hier produzierte sie u.a. mit dem Medienprojekt Wuppertal Kurzfilme über das Leben von trans* Jugendlichen. Die Filme dienten anschließend als Aufklärungsmaterial an Schulen. Die Filme sind bei Vimeo zu finden:

https://vimeo.com/ondemand/queergeliebt/278043273
https://vimeo.com/ondemand/queergeliebt2/344781765
https://vimeo.com/ondemand/queergeliebt2/344781488

Mit ihrem Projekt „Transkids“ gewann sie in Rheinland-Pfalz den Selbsthilfepreis 2020/2021.

Ihre Aufklärungsarbeit führt sie als Referentin in wirtschaftlichen Unternehmen, als Dozentin für Lehrkräftefortbildung und an Schulen in RLP durch.

Ab 2019 stand sie sowohl der Bundesregierung als auch der Europäischen Kommission (ECRI) mit ihrer fachlichen Expertise zur Verfügung und wird an Gesetzgebungsverfahren beteiligt. Auch für die Gesetzgebung in den Niederlanden konnte sie ihr Fachwissen beisteuern. In Deutschland trug sie unter anderem maßgeblich dazu bei, dass im Gesetz zu sogenannten „Konversionstherapien“ neben der sexuellen Orientierung auch die geschlechtliche Identität als Merkmal aufgenommen wurde. Sie berät und verhandelt über die Abschaffung des Transsexuellengesetzes (#TSGabschaffen) und engagiert sich für die Einführung eines #Selbstbestimmungsgesetz. Aufgrund der Überschneidungen zum Gesetz der sogenannten „Dritten Option“ (§45b PStG) beriet und begleitete sie bundesweit mehr als 100 Verfahren und begleitete die daraus resultierenden Verfassungsbeschwerden um die Überwindung des TSG zu forcieren. 

2021 legt sie ihren Fokus zunehmend auf Unternehmen und Kirche. Unter anderem wurde sie Jury-Mitglied bei Prout at Work (PAW) um die Prout Performer 2021 auszuwählen. Hier arbeitet sie auch an einem Transition Guide, welche trans* Personen eine angst- und diskriminierungsarme Transition im Unternehmen ermöglichen soll. Zusätzlich beteiligt sie sich an der Pressearbeit zur Kampagne #OutInChurch und ist auch Mitglied in der Fachgruppe Gendergerechtigkeit der ev. Kirche Hessen-Nassau und an der Veröffentlichung der Broschüre „Zum Bilde Gottes geschaffen“ beteiligt.

Aufgrund ihres vielfältigen Engagements wurde sie von dem Magazin GoFeminin.de zum Weltfrauentag am 08. März 2021 zu den Top 5 (neben US-Vizepräsidentin Kamala Harris, Sinéad Burke, Hengameh Yaghoobifarah und „Doc Caro“) der beeindruckendsten Frauen gewählt. LINK zum Artikel

Sie macht sich dafür stark, dass Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität nicht benachteiligt werden. So unterstützte sie mit ihrer Pressearbeit unter anderem Kampagnen wie #GrundgesetzFürAlle und #OutInChurch und viele weitere. Sie ist für Medien und Politik zu einer zentralen Anlaufstelle geworden, wenn es um LSBTI bzw. speziell um trans* Themen geht. 

Sie erstreitet und begleitet auch einige juristische Verfahren um die Rechtsprechung zu trans*  Rechten in Deutschland nachhaltig zu verbessern: 

  • transgeschlechtlichkeit darf nicht als „psychische Erkrankung“ bezeichnet werden
  • Transfeindliche Äußerungen müssen strafbewehrt sein
  • etliche sozialrechtliche Rechtsprechungen für die Genehmigung medizinischer Maßnahmen
    • u.a. Kryokonservierung, Kehlkopfreduktion, Brust-Operation, Haarentfernung
  • Verfassungsbeschwerden „Dritte Option“
  • u.v.m.

Privat spielt sie gerne Volleyball und begeistert sich für die Fotografie, sowohl vor als auch hinter der Kamera. Sie ist auch Produzentin der Serie Pension Transbacher auf Amazon Prime, wo sie sich hauptsächlich um sämtliches Geschehen hinter Kamera kümmert.

Ihren christlichen Glauben hat sie trotz aller Repressalien intensiviert. Eine befreundete Pfarrerin legte ihr einen Bibelvers nahe, der wie auf ihr Leben zugeschnitten scheint:

Der Stein, den die Maurer verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden. (Psalm 118,22)

Mit Grüßen vom Herzen
Julia Monro